Mittwoch, 18. März 2015

Schweigen im Walde... oder: Quo vadis, Emily?

Hallo ihr Lieben,

wie ihr vielleicht bemerkt habt: Es passiert in letzter Zeit nicht sonderlich viel in meinem Blog. Das anhaltende Schweigen hier war nicht geplant, sondern entstand irgendwie... Aber bevor ihr Euch Sorgen macht: Nein, es ist nichts schlimmes passiert, es geht mir wunderbar! :-)

Seit geraumer Zeit bin ich einfach sehr dokumentations-unfreudig. Außerdem verbringe ich gerade nicht besonders viel Zeit mit meinen produktiven Hobbies. Ich habe sozusagen eine Kreativ-Pause. Das heißt aber nicht, dass ich untätig bin. Ich habe einfach Lust auf andere Sachen. Lesen oder Wandern zum Beispiel. Vielleicht liegt es am Frühling, aber ich bin in letzter Zeit einfach sehr gerne in der Natur unterwegs und ich merke, wie wohl ich mich dabei fühle. Derzeit ist dies genau das Richtige für mich. Warum sollte ich also etwas anderes tun?


Mit großem Interesse verfolge ich aber immer noch die nebenstehenden Blogs. Es ist so schön und auch spannend zu sehen, wie viel Kreativität sich überall findet. Herrlich! Ist es nicht wunderbar, wieviel Inspiration im Netz geboten wird? Irgendwann wird es auch mich wieder reißen! Dann wird wieder genäht oder gestrickt oder gefärbt... Ob und wieviel ich dann darüber berichten mag, weiß ich jetzt noch nicht. Ich werde mich einfach wieder melden, wenn ich Lust dazu habe :-) .

Bis dahin gebe ich Euch gerne nochmal Charlie Chaplins Worte mit auf den Weg:

"Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag." 

In diesem Sinne: Bleibt gut gelaunt, habt Freude und genießt die Zeit!

Ich bin dann mal im Wald.
Liebe Grüße
Emily


Montag, 22. Dezember 2014

Spätes Empire/frühes Biedermeier: Samthut

Ich könnte Euch an dieser Stelle etwas von meinen armen, zerstochenen Fingern erzählen. Aber da mich das Ergebnis meines neusten Projektes über alle erlittenen Schmerzen hinwegtröstet, will ich den Fokus lieber auf das vollendete Werk richten: Einen feinen neuen Hut!


Passend zur Jahreszeit (und vor allem weil ich einen kleinen Rest davon auf Lager hatte, mit dem ich sonst nichts hätte anfangen können) mit Samt gearbeitet. Grundlage war das Schnittmuster "Regency Hard Crown Bonnet Pattern" von LynnMcMasters.


Während das Futter der Krone aus Leinen besteht, habe ich die Krempe mit Seide gefüttert. Diese wurde vernäht, bevor der Oberstoff samt Paspel an der Krempe befestigt wurde.


Der Stoff, mit dem ich den Samt kombinierte, ist ein hübscher Bamwollsatin, wobei die Verwendung von Seide natürlich das i-Tüpfelchen gewesen wäre. Aber im Leben ist ja selten etwas perfekt und so hat mich die Farbharmonie der beiden Oberstoffe schnell über diesen kleinen Makel hinweggetröstet. Ich mag den Hut so wie er ist sehr gerne :-)

Euch allen wünsche ich frohe Feiertage. Genießt die Zeit und rutscht gut nach 2015!

Montag, 10. November 2014

Brauner Samtspencer - spätes Empire/frühes Biedermeier

Manchmal tue ich mich mit einer Kategorisierung schwer. Nicht immer kann man die Zuordnung zu einer Epoche nicht anhand eines einzelnen Kleidungsstückes oder einer Jahreszahl vornehmen. Es gibt diese Grauzonen, in denen die Merkmale der einen Epoche noch vorhanden und die der darauf folgenden noch nicht sehr ausgeprägt sind. Ein Wandel der Mode vollzieht sich nun mal nicht mit einem Jahreswechsel, es ist ein gemächlicher Prozess. Vorhandene Kleidung wird aufgetragen und durch neue, moderne Kleidungsstücke ergänzt. Mit der Zeit setzen sich dann die Merkmale der neuen Mode durch, welche sich mehrere Jahre - manchmal Jahrzehnte - behaupten werden, bis sie von neuen Attributen abgelöst werden.

Das Kleidungsstück, das ich Euch heute zeige, fällt zeitlich in den Überganszeitraum vom Empire zum Biedermeier. Beim ansonsten schlichten Spencer liegt die Betonung auf den Oberarmen (erste Vorboten des Biedermeier), während die Taille noch empiretypisch hoch sitzt.



Ein Spencer dieser Art könnte zum Beispiel im Jahr 1814 getragen worden sein, ebenso wie im Jahr 1820. Mit wechselnden Kleidern, wechselnden Accessoirs - zuletzt vielleicht ein altmodisches Lieblingsstück?

Hergestellt habe ich den Spencer aus einem Stück Baumwollsamt, das ich überraschenderweise in den unendlichen Weiten meines Stoffschrankes aufgegriffen habe. Das Stück war nicht besonders groß, aber es war schnell klar, dass es für einen Spencer reichen würde. Die Überärmel wurden ebenso wie die Ärmelaufschläge mit farblich passender Seide ergänzt. Und weil kein Arm im Ärmel ist, kann man einen kleinen Blick auf´s Futter erhaschen. Seht ihr es? Blaues Leinen.


Das Leinen hatte ich nämlich ebenfalls noch auf Lager und frei nach dem Motto: "Man nehme, so man hat!" wurde es kurzerhand verwendet. Auf dem nächsten Foto sieht man es deutlicher:


Und wer sieht die Katze? ;-)

Sonntag, 14. September 2014

1840er Hut in beige

Schon vor längerer Zeit hatte ich einen Hutrohling gefertigt, der nur noch bezogen werden musste. Der Rohling lagerte seither in einer Kiste und wartete geduldig ab. Nun brauchte ich die Kiste anderweitig und es war Zeit, den Hut endlich fertig zu arbeiten. Er sollte für das ausgehende Biedermeier tragbar sein, etwa Ende der 1840er Jahre.

Ich habe mich dafür entschieden den Hut beige zu gestalten, damit der Hut flexibel einsetzbar ist. Immerhin gibt es derzeit kein neues Kleid, zu welchem er passen müsste und mit dieser Farbe bleibt er gut kombinierbar.


Dekoriert wurde die Kopfbedeckung mit einem Moirée-Band und nicht zu dominanten Federn. Die Federn sind nur eingesteckt, so dass man sie bei Bedarf problemlos entfernen und - für den Fall, dass der Hut zu einem Sommerkleid getragen wird - durch Blümchen ersetzen könnte.


Schnittmuster: "1840s-1850s Bonnet" von Lynn McMasters

Ach ja, falls jemand wissen möchte, was sich nun in der Kiste befindet: Es ist ein neuer Hutrohling einer anderen Epoche... ;-)

Montag, 8. September 2014

Kirschkernkissen-Anleitung

Heute gibt es für Euch die versprochene Anleitung zur Herstellung eines Kirschkernkissens.


Das Besondere des Kissens: Es liegt aufgrund des vorhandenen Halsausschnittes bequem um die Schultern und die Aufteilung der Kirschkerne in verschiedene Fächer verhindert, dass die Kirschkerne alle nach unten rutschen.


Man braucht:

Baumwollstoff 86 x 42 cm
Baumwollgarn
850 - 950 g Kirschkerne
Stecknadeln
eine Schere
einen weichen Bleistift zum Markieren
ein Becher
ein Blatt Papier
eine Nähmaschine oder eine Nähnadel



1. Zunächst faltet ihr den Stoff, so dass die rechten Seiten innen liegen und ihr ein Viereck von 43 x 42 cm vor Euch liegen habt. Legt die geschlossene Seite nach oben.

2. Dann schneidet Ihr an der unteren Seite mittig den Halsausschnitt in Form eines umgedrehten U aus. Mein Halsausschnitt ist etwa 5 cm breit und 22 cm hoch.


3. Steckt die Stoffe mit den Stecknadeln zusammen, damit sich die Stoffe nicht verschieben. Dann näht ihr die Stoffe an den unteren Kanten und dem Ausschnitt mit einer Nahtzugabe von 1cm aneinander - siehe gepunktete Linie.


4. Schneidet Nahtzugabe an den Rundungen des Halsausschnittes ein, damit die Nähte später schön flach liegen.


5. Schneidet auch etwas Stoff an den Ecken ab, dann lassen sich diese schöner wenden.


6. Wendet das Ganze, so dass die rechte Seite außen liegt. Zupft die Ecken in Form und bügelt das Kissen.


Dann werden die obere und untere Kante des Kissens schmal abgesteppt (das heißt, man näht mit ca. 2mm Abstand am Rand entlang) - siehe gepunktete Linien.



7. Nun werden die Markierungen für die Fächer, in die später die Kirschkerne eingefüllt werden, angebracht.

Zeichnet mit dem Bleistift zunächst senkrecht die Mitte von der oberen Kante bis zum Halsausschnitt.

Waagerecht werden die Fächer mit 7cm Abstand markiert, so dass wir sechs Fächer erhalten.


8. Näht zunächst die Mittelnaht, danach die Quernähte. Achtung: Haltet bei den Quernähten einen Abstand zum äußeren Rand von 2cm ein. Sonst werdet ihr später Schwierigkeiten bekommen, die seitlichen Nahtzugaben einzuklappen und müsst wieder einige Stiche auftrennen (ich spreche aus Erfahrung).

9. Nun werden nacheinander die Kirschkerne eingefüllt. Hierzu empfiehlt es sich, aus einem Blatt Papier einen Hilfstrichter zu drehen und die Kirschkerne mithilfe eines Bechers einzufüllen.

 
Achtet darauf, dass ihr nicht zu viele Kirschkerne einfüllt, sonst hindern Euch diese später beim Zunähen der Seitennähte. Es muss noch etwas Luft sein! Sind die Kirschkerne drin, klappt ihr die Nahtzugaben (1cm) ins Kisseninnere und steckt diese mit Stecknadeln fest.


Wiederholt dies mit allen Fächern und achtet darauf, dass die Befüllung der Fächer auf der linken und rechten Seite des Kissens gleichmäßig ist.

10. Dann werden die Seitennähte des Kirschkernkissens schmalkantig zugenäht.


Gibt es noch Fäden abzuschneiden oder zu vernähen? Nein? Gratulation, dann ist das Kirschkernkissen fertig!


Nützliches zur Verwendung eines Körnerkissens verrät uns Wikipedia - von wo ich auch die Idee für dieses Kissen habe (siehe Bild des gesteppten Nackenkissens).