Freitag, 2. September 2011

Dem Schaf auf den Pelz gerückt...

Ganz ehrlich: Ich hatte nicht vor, jemals Schafwolle direkt vom Schaf weg zu verarbeiten. Der Tag hat immerhin auch bei mir nur 24 Stunden. Familie, Arbeit, Haushalt - alles braucht seine Zeit. Und bei meinen Hobbys kann ich mich ohnehin schon kaum entscheiden, ob ich nun lieber nähe, spinne oder färbe. Irgendwann ist auch mal gut mit dem Ausprobieren. Man kann ja schließlich nicht alles machen.

Aber wie das so ist, lief mir kürzlich die Schurwolle eines Coburger-Fuchs-Schafes zu. Einmal das ganze Prozedere mit zu machen kann nicht schaden, dachte ich mir und wies meine Zweifel in die Schranken.

Das Waschen der Wolle habe ich heute geschafft. Es war nicht schwer, denn die Wolle war recht sauber. Aber die Sache war sehr zeitaufwändig und vor allem mit einem enormen Wasserverbrauch verbunden.

Mein Arbeitsablauf war folgender:
  1. Wolle für 2 Stunden in kaltes Wasser einweichen
  2. Wasser wechseln, Wolle für zwei weitere Stunden einweichen
  3. Wolle in mit Spüli versetztes warmes Wasser geben, vorsichtig waschen
  4. Wolle ausspülen
  5. Feststellen, daß noch zu viel Fett in der Wolle ist
  6. Ganz mutig einen kleinen Teil der Wolle in einem Kopfkissen im Wollwaschprogramm mit der Maschine waschen (mit Perwoll)
  7. den anderen Teil mit einer Mischung aus Shampoo und Geschirrspülerpulver in sehr warmem Wasser einweichen und gut auswaschen 
  8. Wolle in warmem Wasser gut ausspülen
Fazit: Sowohl das Waschen in der Maschine als auch per Hand hat funktioniert. Die maschinengewaschene Wolle ist fluffiger, aber das Lanolin wurde bei der Handwäsche (sicher durch das Soda im Geschirrspülerpulver) besser entfernt. Die Wolle fühlt sich gut an.

Hier trocknet mein Tagwerk vor sich hin - und man erkennt auch, daß die Wolle einen rötlichen Schimmer hat. 



Nein, kardieren werde ich nicht selbst (hatte ich zuerst vor). Zum einen habe ich keine Karden und zum anderen ist das bei dieser Menge sicher kein Spaß. Diese Zeit nutze ich dann doch lieber anders :-)

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