Sonntag, 9. September 2012

Noch nicht ganz fertig, aber vorzeigbar

Zum vollständigen Kleid gehören noch Accessoirs, in meinem Fall Gürtel und Tuch.

Für den Gürtel schaue ich schon seit Wochen nach einem geeigneten Baumwollsatin. Da sich im Muster des Kleides ein wenig Hell- bis Mittelblau findet, hatte ich mir den Gürtel samt Hut in dieser Farbe vorgestellt . Aber es war wie verhext, ich fand keinen Bauwollsatin in einem annehmbaren Blau. Deshalb weitete ich meine Suche nach passenden Farben aus und entschied mich zunächst für einen Champagnerton, was sich in Verbindung mit dem Kleid als langweilige Kombination entpuppte. Aufgrund von Minimalspuren an Altrosa im Blümchenmuster versuchte ich es verzweifelt mit einem Gürtel in dieser Frabe, auch wenn ich mir zunächst nicht sicher war, ob das bei einem braun-orange-dominierten Stoff eine gute Idee war. Aber der Gürtel sieht ganz passabel aus,  Jedenfalls besser als in braun, champagner, apricot  - oder was ich sonst noch alles probierte.



Dann das Tuch. Die Schultertücher waren gerne wunderschön mit Weißstickereinen verziert. Nachvollziehbar, denn die größere weiße Batistfläche verlangt(e) geradezu danach, daß die Dame des Hauses ihre Stickereikunst darauf zeigt(e)! Und genau das ist der Knackpunkt. Die Damen von damals waren in Sachen Stickerei einfach um Längen besser in Form als ich. Ich beherrsche die Weißstickerei nämlich nicht. Ungeübt auf einem feinen Stoff unter Zeitdruck eine schöne(!) Stickerei zu fertigen hielt ich in meinem Fall für unrealistisch. Irgendwo muß man seine Grenzen erkennen, das kann einem viele Nerven sparen ;-). Sollte ich irgendwann in den Weißstickerei-Rausch verfallen, werde ich mein Können hemmungslos an diesem Tuch ausleben. Bis dahin bleibt es eben ein einfaches, mit Rollsaum und kleiner Klöppelborte versehenes Tüchlein. Ich finde, es macht sich trotzdem ganz gut und unterstreicht sehr schön die gewünschte Silhouette der damaligen Zeit.



Als noch nicht ganz fertig, aber dennoch vorzeigbar präsentiere ich Euch heute somit das 1828er Kleid, das sich mittlerweile in Richtung 1830er entwickelt hat.




Einige Kleinigkeiten sind noch zu richten. Ihr wißt schon - solche Sachen, die nicht viel Zeit brauchen, die man aber trotzdem vor sich her schiebt. Bei mir wären das die Befestigung der Ärmelstützen im Kleid (sind nur je drei Bändel anzunähen) und die Ärmelverschlüsse (2x2 Haken und Ösen). Außerdem ist das Kleid immer noch nicht auf Knöchellänge gekürzt und gesäumt, wie ihr seht.

Die richtige Ärmelform sieht man übrigens nur in angezogenem Zustand. Hier noch ein Foto ohne Tuch:


 Ärgerlich ist, daß ich vergessen habe einen Tachenschlitz einzuarbeiten. Diesen Mangel werde ich beheben, wenn ich am Schluß noch Zeit habe. Andere Sachen sind jetzt aber vorrangig fertig zu stellen, immerhin muß das gesamte Ensemble bis in drei Wochen ausgehfertig sein. Und da es gibt noch viel zu tun, es fehlen noch Hut und Cape :-) .

Kommentare:

  1. WOW!! Ich bin total beeindruckt! Das Kleid ist einfach wunderbar geworden!! Einfach hinreisend! Ich finde das Fichu sehr passend, schlichter ist doch manchmal viel aussagkräftiger! Die Arbeit hat sich auf jedenfall gelohnt!
    LG, Kerstin

    AntwortenLöschen
  2. Zum Niederknien!!!
    Das Kleid ist richtig herrlich und wenn man sich nun noch den passenden Hut oder die passende Frisur dazudenkt, dann kann man nicht anders als vor Vergnügen juchzen!!!
    Jedenfalls hast Du mich sehr inspiriert im nächsten jahr mal den Sprung in die 1830er zu wagen:)))
    Ich bin schon unglaublich gespannt, das tolle Kleid in Natura zu sehen!

    Sabine

    AntwortenLöschen
  3. Vielen Dank! :-) Ich freue mich, daß Euch das Kleid gefällt!

    AntwortenLöschen
  4. Your fabric choice for this dress is so beautiful!!!

    AntwortenLöschen