Montag, 20. Mai 2013

Revolution!

1848 im Großherzogtum Baden, es herrschte eine unruhige Stimmung auf den Straßen. Schon in der vergangenen Nacht zogen die Freiheitskämpfer durch die Gassen und bewegten viele Männer dazu, sich ihnen anzuschließen. Kurz hinter der Stadt errichteten sie ihre Barrikaden.


Eben an jenem Tag traffen sich zwei brave Bürgersfrauen und überlegten, ob sie angesichts dieser Umstände ihren geplanten Spaziergang unternehmen wollten. Die Politik hatten sie bisher ihren Männern überlassen und waren somit angesichts der angespannten Lage etwas unbedarft. Brachten sich sich etwa in Gefahr, wenn sie Ihre Unternehmung durchführen würden? Es würde doch sicher niemand seine Waffe auf Frauen richten!?


Viele Tage hatte es bereits geregnet und die Damen sehnten sich nach einem kleinen Ausflug. Schließlich siegten Neugier und Unternehmungslust gegen sämtliche Bedenken. Wären Ihre Ehegatten zuhause gewesen, so hätten sie den Damen das Vorhaben verboten. Doch die Männer saßen arbeitend in den Amtsstuben und so hinderte niemand die beiden Frauen daran, wagemutig zum Spaziergang aufzubrechen.


Derweil spitze sich die Lage an den Barrikaden zu. Regierungstruppen, welche die Aufständischen bereits seit Tagen verfolgt hatten, marschierten auf und befahlen den Revolutionären ihre Waffen nieder zu legen und die öffentliche Ordnung wieder herzustellen. Die Freiheitskämpfer jedoch verlachten diesen Befehl. Sie beharrten auf die Durchsetzung Ihrer Forderungen nach Bürgerrechten. Der Adel solle seine Privilegien aufgeben! Es war keine Einigkeit zu erreichen und bald darauf eröffneten die Regierungstruppen das Gefecht.




Diese Szenen bekamen die Damen zu sehen, als sie ihren Weg aus einem kleinen Wäldchen nahmen. Oh Schreck, oh Graus! Das hatten die Beiden nicht erwartet, dies war ihnen an Abenteuer doch zu viel! Glücklicherweise bot man Ihnen Unterschlupf in einem nahegelegenen Bauernhof, welchen sie dankbar annahmen. Dort warteten sie, bis sich die Lage wieder beruhigte und traten alsbald ihren Heimweg an. Gegenseitig versprachen sie sich, Ihre Ehegatten nicht von diesem gefährlichen Ausflug zu unterrichten.


P.S. Unser kleiner Ausflug führte meine liebe Freundin Mina und mich gestern ins "Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof", wo das Motto "Badische Revolution 1848" war. Wir trotzten dem Wetter, denn die Gelegenheit unsere Kleider auszuführen ließen wir uns auch von einigen Regentropfen nicht nehmen. Immerhin war auch früher nicht immer schönes Wetter, gell? Jedenfalls hatten wir Spaß an der Sache und wer weiß - vielleicht gibt´s im nächsten Jahr bei bestem Sonntagswetter ein Wiedersehen?

Kommentare:

  1. Ich bin mal wieder richtig begeistert, liebe Emily!!! Wie wunderbar, dass wir hautnah an eurem - vielleicht ein wenig unbedachten und sicherlich aufregenden - Pulverfass & Revolutionsabenteuer teilnehmen dürfen.
    Ihr beide seht wunderbar aus (wie einem Bilderbuch entsprungen). Zu schade, dass Petrus die Schleusen nicht für einen Augenblick zugehalten hat, aber immerhin mußte es auch bei unserer lieben Droste Hülshoff schon stürmen ehe sie die Kutsche nahm!
    Ein herrlicher Ausflug und Bilder, die zum Träumen einladen.

    Sabine

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  2. Was für tolle Bilder und ihr beiden seht klasse aus in euren Kleidern! Ich hoffe doch eure Rocksäume sind noch halbwegs trocken und sauber geblieben? Aber wie du schon sagtest, solche Gelegenheiten muß man nutzen, egal welches Wetter herrscht!

    LG, Kerstin

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  3. Ich bin grade völlig begeistert von euren tollen Kleidern und wie wunderbar ihr darin ausseht. Nähen ist für mich eine Kunst mit sieben Siegeln.
    Bewundernde Grüße
    Sabine

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  4. Den Artikel habe ich nun besonders aufmerksam gelesen, denn dieses wunderbare Geschehen in diesen ebenso wunderbaren Gewändern fand quasi fast vor meiner Haustüre statt. Und obwohl ich über derlei historische Festlichkeiten hier in der Region meist bestens informiert bin, habe ich dieses da leider verpasst. Schade! Ich wäre gerne vorbeigekommen, um aus nächster Nähe ein Auge darauf zu werfen. Aber vielleicht klappt's ja beim nächsten Mal.

    Herzliche Grüße von einer, die das Historische liebt, in all seinen Facetten!

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