Dienstag, 26. November 2013

Versponnen und verzwirnt

Vergingen die letzten Monate nicht wie im Flug? Mein letzter Eintrag datiert vom 19. August und nicht ohne Grund blieben die letzten Monate ohne neues Posting. Ich hatte einfach nichts vorzuzeigen und befand mich in einer kreativen Verschnaufpause. Verschiedentlich wurde ich schon darauf angesprochen, dass der gepimpte Bürostuhl ja ganz schön sei, man aber nun doch endlich wieder mal etwas anderes zu sehen bekommen wolle. Okeee, kann ich ja verstehen. Heute kann ich endlich diesem Wunsch entsprechen!

In unserer Gegend wird sich in den letzten Jahren wieder mehr einer alten Tradition erinnert, nämlich des "Lichtgangs" oder auch des "Z´ Liacht gu", wie man bei uns im Dialekt sagt. Man verabredete sich in einem Bauernhof, saß zusammen in der Stube und hat gesungen, gesponnen, gestrickt. Die Männer schnitzten, flochten Körbe oder spielten Cego (ein altes Schwarzwälder Kartenspiel). Kurz: Man verbrachte in der kalten Jahreszeit einen gemütlichen Abend miteinander. Damals übrigens auch eine sehr beliebte Gelegenheit für die jungen Leute, sich kennen zu lernen oder wieder zu sehen ;-) . Im Rahmen eines solchen Lichtgangs ergab es sich also kürzlich, dass ich seit Ewigkeiten wieder einmal gesponnen habe. Ach, war das schön! Es klappte erstaunlicherweise auch noch ganz gut, was mich sehr freute.


Verarbeitet hatte ich selbstgefärbte Wolle. Leider hatte ich keine Gelegenheit mehr, sie vor der Verarbeitung noch zu fotografieren, es war ein Farbmix aus Dunkelgrün, Blau, Dunkelrosa und naturbelassenem Weiß. Ich bin mir nicht mehr sicher, aus was der mit Indigo überfärbte Gelbanteil bestand - es müsste Löwenzahn oder Goldrute gewesen sein. Cochenille war jedenfalls für das dunkle Rosa verantwortlich. Es entstand letztlich ein Stränglein von etwa 50g, das nicht weiß, für was es gut sein soll. Aber ist nicht manchmal der Weg das Ziel? Ich hatte jedenfalls viel Freude an der Herstellung.


 Na, habt ihr es bemerkt? Während des Fotografierens schlich sich eine gewisse Dame auf ins Bild und machte es sich - ganz nach Katzenart völlig unbeeindruckt von dem, was an genau dieser Stelle gerade passiert - gemütlich. Und so änderte sich der Focus ganz automatisch von der Wolle hin zur Frau Katze...
 






1 Kommentar:

  1. Ja, mit Minerva im Bild hast Du nach den Wochen wieder einen guten Einstieg in die Bloggerwelt gefunden :) Katzen sind doch wirklich die besten Begleiter rund um Faden, Garn und Stoff.
    Die Tradition des Lichtgangs klingt sehr heimelig und gemütlich! Und das Ergebnis des Abends lässt sich sehen, eine schöne Spinnerei ;)

    Sabine

    AntwortenLöschen