Donnerstag, 10. April 2014

Flexibilität meets Resteverwertung



Für die Farbpalette zwischen Blau und Grün habe ich eine Schwäche. So war es nicht verwunderlich, dass ich mir – mitten im kürzlich erwähnten Strickwahn – entsprechendes Bändchengarn kaufte. Die Farbe gefiel mir zu gut, irgendwas würde sich daraus schon machen lassen, auch wenn es nur wenige Reste waren, die es noch zu kaufen gab. 

Und so legte ich los. Was für um den Hals sollte es werden. Das Stricken mit dem Bändchengarn erwies sich jedoch mühsamer als erwartet. Ich hätte doch die größere Stricknadel kaufen sollen, dachte ich noch bei mir, während ich mit den stramm gestrickten Maschen kämpfte. Trotzdem mühte ich mich zunächst tapfer voran. Zweimal aufribbeln später war ich aber frustriert. Mir gefiel einfach nicht, wie das Garn verstrickt aussah. Zudem war es zu wenig für einen Schal, das war mir irgendwann auch aufgegangen. Selbst für einen Sommerschal mit Löchern. Davon abgesehen – wer trägt im Sommer schon etwas aus dickem, schwerem Bändchengarn um den Hals? Der Schal war also eh eine ganz schlechte Idee. 

Nach einigen Tagen des Schmollens des intensiven Nachdenkens beschloss ich, dem Garn mittels einer Häkelnadel zu Leibe zu rücken. Ein Beutel oder eine Tasche war nun das Ziel. Von Beginn an war die Häkelnadel der gute Freund des Garns. Es ließ sich gut verarbeiten und ich mochte, wie es aussah. Leider wurde mir irgendwann klar, dass das Garn auch für eine Tasche nicht reichen würde. Man würde das Gehäkel anderweitig ergänzen müssen. Kein Problem, frau hat ja schließlich einen reichlichen Stoffvorrat! Der Fundus beförderte geeignete Partnerstoffe für das Häkelwerk zutage: Ein Lederimitat und einen Rest farblich passende Baumwolle, welche schließlich zu einer Umhängetasche vereint wurden, die nie geplant war.



Ihr müsst noch einen Blick auf das Innenfutter werfen:

Das Innenfutter passt nicht nur farblich hervorragend zum Bändchengarn, es hat auch eine wichtige Aufgabe: Es trägt das Gewicht des Tascheninhaltes, denn das Häkelteil würde sehr schnell ausleiern. Letztlich ist das Gehäkelte also nur Deko, die wirkliche Arbeit wird im Verborgenen erledigt ;-) . Ansonsten ist die Tasche (ist das jetzt eingentlich eine Tasche oder eher ein Beutel?) innen sehr schlicht, es gibt keine weiteren Innentaschen, etc.

Da sie mir von außen so leer vor kam, bastelte ich kurzerhand noch einen Anhänger.


Aus dem Lederimitat wurde eine Quaste, einzelne Federn wurden ebenso verarbeitet wie die steinigen Überreste einer Kette. Dieser Anhänger macht die Tasche komplett und mich froh, denn mir gefällt das Ergebnis sehr gut.


Kommentare:

  1. Wirklich ausgesprochen hübsch! Schön sommerlich - und sieht überhaupt nicht nach Zufallsprodukt aus. Der Anhänger ist ein sehr schönes Detail.

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  2. hallo Emily,

    über die Erfahrungen mit der Pflanzenfärberei bin ich hier auf Deinen Blog und die tolle Häkel-Leder-Umhängetasche gestoßen.
    Sie gefällt mir ausnehmend gut und ich wollte Dich fragen, ob Du dafür eine Anleitung hast? Würde sie gerne einer Freundin zum Geburtstag schenken! Und mir auch! :)

    Danke,
    lg, Birgit.

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  3. Hallo Birgit,

    freut mich, dass Dir die Tasche gefällt :-) . Eine Anleitung gibt es dafür nicht, sie entstand frei Schnauze. Aber eine Anleitung dazu zu schreiben ist eine sehr gute Idee! Doch in der nächsten Zeit werde ich das wohl nicht schaffen.

    LG
    Emily

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